Jeder kennt sie aus dem Stadtverkehr: die Busspur. Während der Verkehr oft stockt, fahren Busse scheinbar mühelos an den langen Autoschlangen vorbei. Viele Autofahrer fragen sich deshalb irgendwann: Darf ich die Busspur eigentlich auch benutzen? Und was passiert, wenn ich es trotzdem tue?

Die Antwort darauf ist klarer, als viele denken – und Verstöße können schnell teuer werden.

Warum es Busspuren überhaupt gibt

Busspuren sollen den öffentlichen Nahverkehr schneller und zuverlässiger machen. Gerade in Großstädten stehen Busse sonst genauso im Stau wie Autos. Eigene Fahrstreifen sorgen deshalb dafür, dass Linienbusse pünktlicher unterwegs sein können und Fahrgäste schneller ans Ziel kommen.

Vor allem in Ballungsräumen werden Busspuren deshalb immer wichtiger. Gleichzeitig nehmen Konflikte im Straßenverkehr zu – etwa durch Falschparker, Lieferverkehr oder Autofahrer, die die Sonderfahrstreifen unerlaubt nutzen. (adac.de)

Wer darf die Busspur benutzen?

Grundsätzlich gilt, Busspuren sind ausschließlich für Linienbusse und gekennzeichnete Schulbusse vorgesehen.

Erkennbar sind sie am blauen Verkehrszeichen mit einem weißen Bus sowie häufig zusätzlich durch den Schriftzug „BUS“ auf der Fahrbahn.

Allerdings gibt es Ausnahmen. Manche Städte erlauben bestimmten Fahrzeugen ebenfalls die Nutzung der Busspur. Das wird dann immer durch Zusatzschilder geregelt. Freigegeben werden können zum Beispiel:

  • Taxis
  • Fahrräder
  • E-Autos
  • Krankenwagen
  • Reisebusse
  • Fahrgemeinschaften (regional unterschiedlich)

Wichtig ist dabei: Ohne entsprechendes Zusatzschild bleibt die Nutzung verboten – auch für Elektroautos.

Viele Busspuren gelten nur zu bestimmten Zeiten

Was viele Autofahrer nicht wissen: Manche Busspuren sind nur zeitweise aktiv.

Gerade im Berufsverkehr werden bestimmte Fahrstreifen morgens oder nachmittags exklusiv für Busse reserviert. Außerhalb dieser Zeiten dürfen sie oft normal genutzt werden. Die Zeiten stehen direkt auf den Zusatzschildern an der Busspur.

Deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf die Beschilderung. Wer nur kurz unaufmerksam ist, riskiert schnell ein Bußgeld.

Was kostet unerlaubtes Fahren auf der Busspur?

Die Strafen wirken auf den ersten Blick teilweise überschaubar – können aber schnell deutlich teurer werden.

Laut ADAC drohen:

  • 15 Euro für unerlaubtes Befahren
  • 35 Euro bei Behinderung des Linienverkehrs
  • bis zu 170 Euro, ein Punkt und Fahrverbot bei Unfällen beim Abbiegen über die Busspur

Besonders teuer wird es beim Halten oder Parken auf der Busspur. Wird dadurch der Busverkehr behindert, können zusätzlich Abschleppkosten entstehen.

Städte gehen inzwischen härter gegen Verstöße vor

In einigen Städten wird inzwischen deutlich konsequenter kontrolliert. Frankfurt testet beispielsweise Busse mit eingebauten Kameras, die Falschparker auf Busspuren dokumentieren. Innerhalb weniger Monate wurden dort bereits hunderte Verstöße erfasst. Ziel ist es, Busse pünktlicher und den Nahverkehr zuverlässiger zu machen. (DIE WELT)

Das zeigt, Busspuren sind längst kein „Kavaliersdelikt“ mehr. Städte versuchen zunehmend, den öffentlichen Nahverkehr zu schützen und Verkehrsbehinderungen konsequenter zu ahnden.

Besondere Vorsicht beim Abbiegen

Ein häufiger Fehler passiert beim Abbiegen über eine Busspur. Wer rechts oder links abbiegt und dabei eine Busspur kreuzt, muss den geradeaus fahrenden Bus immer zuerst durchfahren lassen. Kommt es dabei zu einem Unfall, drohen hohe Bußgelder sowie Punkte in Flensburg.

Auch an Bushaltestellen gelten besondere Regeln:

  • Busse mit Warnblinker dürfen oft nicht überholt werden
  • Vorbeifahren ist häufig nur mit Schrittgeschwindigkeit erlaubt
  • besondere Vorsicht gilt bei Schulbussen

 

Warum das Thema immer wichtiger wird

Unsere Städte werden voller. Gleichzeitig sollen Busse, Straßenbahnen und öffentlicher Nahverkehr attraktiver werden. Eigene Fahrspuren spielen dabei eine zentrale Rolle.

Denn während ein einzelner Bus oft dutzende Menschen transportiert, sitzt in vielen Autos nur eine Person. Busspuren sollen deshalb helfen:

  • Verkehr effizienter zu machen
  • Staus zu reduzieren
  • den ÖPNV attraktiver zu gestalten
  • und Städte zu entlasten

Genau deshalb kontrollieren viele Kommunen inzwischen strenger als noch vor einigen Jahren.

Ein kurzer Vorteil kann schnell teuer werden

Auch wenn die freie Busspur im Stau manchmal verlockend aussieht: Ohne ausdrückliche Freigabe dürfen Autofahrer sie nicht benutzen.

Wer sich nicht an die Regeln hält, riskiert nicht nur Bußgelder, sondern behindert oft auch Busse und den öffentlichen Nahverkehr insgesamt.

Ein genauer Blick auf Verkehrszeichen und Zusatzschilder lohnt sich deshalb immer – besonders im dichten Stadtverkehr.

Weitere Quellen und Informationen