Schlüssel in der Tasche lassen, Tür öffnen und einfach losfahren – Keyless-Systeme machen das Autofahren bequem. Doch genau dieser Komfort kann zum Sicherheitsrisiko werden.

Viele Autofahrer kennen es: Man kommt mit vollen Einkaufstaschen zum Auto, muss nicht nach dem Schlüssel suchen und kann die Tür einfach öffnen. Auch zum Starten muss der Schlüssel nicht mehr aus der Tasche genommen werden.

Was nach moderner und komfortabler Technik klingt, hat allerdings eine Schwachstelle, die Autodiebe ausnutzen können.

Der ADAC untersucht Keyless-Systeme bereits seit zehn Jahren. Inzwischen wurden 850 Fahrzeuge verschiedener Hersteller getestet. Das Ergebnis: Die Fahrzeuge sind zwar deutlich sicherer geworden, aber längst nicht alle Keyless-Systeme bieten ausreichenden Schutz. Bei rund 30 Prozent der untersuchten Fahrzeuge sieht der ADAC weiterhin Verbesserungsbedarf.

Was bedeutet eigentlich Keyless?

Keyless-Systeme sind unter verschiedenen Bezeichnungen bekannt, zum Beispiel Keyless Go, Keyless Entry oder Keyless Access.

Das Prinzip ist einfach: Das Fahrzeug erkennt, dass sich der Schlüssel in der Nähe befindet. Die Türen lassen sich öffnen, ohne dass der Schlüssel aus der Tasche genommen werden muss. Anschließend kann der Motor per Knopfdruck gestartet werden.

Genau diese Funkverbindung zwischen Fahrzeug und Schlüssel kann allerdings von Kriminellen ausgenutzt werden.

Wie funktioniert der sogenannte Keyless-Diebstahl?

Die Täter müssen dafür das Fahrzeug nicht klassisch aufbrechen und auch nicht unbedingt die Elektronik des Autos „hacken“.

Bei einer sogenannten Relay-Attacke wird das Funksignal des Schlüssels künstlich verlängert. Ein Gerät befindet sich beispielsweise in der Nähe des Schlüssels im Haus, ein zweites in der Nähe des Autos.

Dadurch kann dem Fahrzeug vorgetäuscht werden, dass sich der Schlüssel direkt neben ihm befindet. Das Auto lässt sich dann unter Umständen öffnen und starten.

Das Bemerkenswerte daran: Der Schlüssel kann dabei sogar im Haus liegen.

Wie sicher ist das eigene Auto?

Die gute Nachricht: Die Hersteller haben in den vergangenen Jahren reagiert.

Der ADAC hat festgestellt, dass inzwischen deutlich mehr Fahrzeuge besser gegen diese Art des Diebstahls geschützt sind. Eine wichtige Rolle spielt dabei die UWB-Technologie (Ultra Wide Band).

Sie kann die Entfernung zwischen Schlüssel und Fahrzeug wesentlich genauer bestimmen. Dadurch kann das Auto erkennen, wenn sich der Schlüssel tatsächlich nicht in unmittelbarer Nähe befindet.

Wer ein Fahrzeug mit Keyless-System besitzt oder über die Anschaffung eines solchen Autos nachdenkt, sollte deshalb nicht nur auf Komfort und Ausstattung achten, sondern auch auf den Diebstahlschutz.

Was kann ich selbst tun?

Wer nicht weiß, wie sicher das eigene Keyless-System ist, sollte zunächst in der Bedienungsanleitung nachsehen oder prüfen, ob das konkrete Fahrzeugmodell vom ADAC getestet wurde. Der ADAC stellt dafür eine Übersicht der bislang untersuchten Fahrzeuge bereit.

Darüber hinaus gibt es einige einfache Maßnahmen, die den Schutz verbessern können.

🔑 Autoschlüssel richtig aufbewahren

Der Schlüssel sollte zu Hause möglichst nicht direkt neben der Haustür, einem Fenster oder einer Außenwand liegen.

Denn je weiter der Schlüssel vom Fahrzeug entfernt und je besser das Funksignal abgeschirmt ist, desto schwieriger wird eine Funkverlängerung.

🥫 Abschirmung kann helfen

Eine Metalldose oder ein spezielles abschirmendes Etui kann das Funksignal blockieren.

Wichtig ist allerdings: Eine solche Lösung funktioniert nur dann, wenn das Signal tatsächlich vollständig abgeschirmt wird. Der ADAC empfiehlt deshalb, die Funktion selbst zu überprüfen.

🚗 Wenn möglich: Keyless deaktivieren

Bei manchen Fahrzeugen lässt sich die Keyless-Funktion deaktivieren. Wer auf den Komfort verzichten kann, kann damit eine mögliche Angriffsfläche reduzieren. Ob und wie das funktioniert, hängt vom jeweiligen Fahrzeug ab.

🏠 Garage nutzen

Eine verschlossene Garage bietet zusätzlichen Schutz. Auch ein gut beleuchteter oder belebter Abstellort kann sinnvoll sein.

Und was ist mit dem Bewegungssensor im Schlüssel?

Einige Keyless-Schlüssel verfügen über einen Bewegungssensor. Wird der Schlüssel längere Zeit nicht bewegt, soll sich das Funksignal abschalten.

Das klingt zunächst nach einer guten Lösung. Laut ADAC ist dieser Schutz allerdings nicht optimal, weil bis zum Abschalten des Signals weiterhin ein Diebstahl möglich sein kann.

Was bedeutet das für uns als Autofahrer?

Keyless-Systeme sind ein gutes Beispiel dafür, dass mehr Technik nicht automatisch mehr Sicherheit bedeutet.

Komfort und Sicherheit müssen zusammenpassen.

Gerade beim Autokauf lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die Ausstattung. Wer sich für ein Fahrzeug mit Keyless-System entscheidet, sollte sich nicht nur fragen:

„Wie bequem ist das?“

Sondern auch:

„Wie gut ist mein Auto gegen Diebstahl geschützt?“

Gemeinsam unterwegs – aber sicher

Bei MiFaZ geht es darum, Menschen zusammenzubringen, die eine Strecke gemeinsam zurücklegen möchten. Dabei spielt Vertrauen eine wichtige Rolle – und natürlich auch die Sicherheit.

Das Thema Keyless zeigt: Sicherheit beginnt manchmal mit ganz kleinen Dingen. Ein Blick in die Bedienungsanleitung, ein sinnvoller Aufbewahrungsort für den Schlüssel oder die Überprüfung des eigenen Fahrzeugmodells können bereits wichtige Schritte sein.

Und wer mit anderen unterwegs ist, sollte ohnehin darauf achten, dass das Fahrzeug zuverlässig und sicher ist.

Denn egal ob alleine oder gemeinsam: Am Ende zählt nicht nur, bequem ans Ziel zu kommen – sondern sicher anzukommen.

Fazit

Keyless-Systeme machen den Alltag komfortabler, sind aber nicht bei jedem Fahrzeug ausreichend gegen Diebstahl geschützt. Der aktuelle ADAC-Test zeigt Fortschritte, aber auch, dass weiterhin Handlungsbedarf besteht: 70 Prozent der untersuchten Fahrzeuge sind inzwischen besser geschützt, bei etwa 30 Prozent sieht der ADAC noch Verbesserungsmöglichkeiten.

Wer ein Keyless-Fahrzeug besitzt, sollte deshalb prüfen, wie das eigene Modell abgesichert ist, und einfache Schutzmaßnahmen nutzen.